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Die Geschichte der Helfer auf vier Pfoten

Die Ausbildung für Blindenführhunde feiert 100-jähriges Bestehen. In Mülheim verhelfen neun Hunde ihren Besitzern zu mehr Mobilität. Blindenverein holt Wanderausstellung zum Jubiläum ins Medienhaus

Von Lina Wiggeshoff

"Mein Führhund gibt mir einfach meine Selbstständigkeit zurück", sagt Maria St. Mont, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins in Mülheim. Ihr Labrador Selma zeigt ihr den Weg zur Treppe, hilft ihr über die Straße oder findet für sie den Eingang. Zu verdanken hat sie das der BlindenführhundAusbildung, die im letzten Jahr 100-jähriges Jubiläum gefeiert hat. Passend dazu ist ab dem 28. März eine Wanderausstellung im Medienhaus zu Gast.

 

"Mein Führhund gibt mir einfach meine Selbstständigkeit zurück."
Maria St. Mont, erste Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins in Mülheim.

"Als ich von der Ausstellung gehört habe, wollte ich sie unbedingt nach Mülheim holen", so St. Mont. Auch das Paul Krämer und Maria St. Mont mit Führhund SelmaMedienhaus war von der Idee begeistert. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Partnerschaft zwischen Mensch und Tier und informiert über die besondere Ausbildung, die die Hunde durchlaufen müssen.
?Wir möchten die Blindenführhunde bekannter machen", sagt die Vorsitzende. Es sei ein besonderes Gefühl, sich dank des eigenen Hundes wieder allein in der Stadt bewegen zu können. Allerdings erlebt sie bei der Akzeptanz ihrer Mitmenschen immer noch Rückschläge: ?Manche Ärzte sagen, dass der Hund draußen bleiben muss. Dabei ist es gesetzlich durch das Gesundheitsamt erlaubt, Führhunde mit in Praxen zu nehmen", so die 54-Jährige. Es sei deshalb umso wichtiger, allen Menschen die Besonderheiten der Helfer auf vier Pfoten nahezubringen.
Für die Eröffnung der Ausstellung hat der Blinden- und Sehbehindertenverein zusätzlich noch ein Programm organisiert. Dabei spielen auch viele Vierbeiner eine große Rolle. Die Hunde der Blindenführhundschule Küch aus Alpen zeigen mit ihren Trainern, was sie alles können. Auch Selma wurde in der Schule ausgebildet. Seit zwölfeinhalb Jahren sind Maria St. Mont und sie ein eingespieltes Gespann. Neben Selma gibt es in Mülheim noch acht weitere Blindenführhunde. Für einen Verein mit 69 Mitgliedern sei das eine sehr hohe Quote, sagt Paul Krämer, Pressesprecher des Vereins. ?Besonders für Alleinlebende bedeutet ein Führhund eine unglaubliche Steigerung an Mobilität", weiß Krämer. Bei den fünf Versammlungen, die der Blinden- und Sehbehindertenverein im Jahr hat, sind die Vierbeiner oft Gesprächsthema.

Bindung hält ein Leben lang

Selma allerdings geht bald als Führhund in Rente, ihre Augen werden immer schlechter. In den nächsten Wochen wird sich Maria St. Mont nach einem neuen Führhund umschauen müssen. Das sei aber kein Grund, Selma an eine andere Familie abzugeben: ?Sie bleibt natürlich bei uns zuhause, mein Mann kümmert sich um sie", so St. Mont.
?Ich könnte sie nach so einer langen Zeit niemals abgeben, eine Bindung zwischen Führhund und Halter hält ein Leben lang."

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